Woran scheiterte das Spiel gegen Stolberg?

DSC_0162(Trainerkommentar) „Wir sind zurzeit sehr schwach eingespielt. Wer sich unseren ersten Satz anschaut, erkennt, dass im Block- und Abwehrverhalten Sodom und Gomorra herrscht. Der erste Satz ist etwas repräsentativer was diese These angeht, als die anderen, weil man eine deutliche Steigerung während des Spiels erkennen kann. Das lässt sich auf unterschiedliche Art und Weise erklären. Zum einen haben wir just vor diesem Spiel die Aufgaben in der Abwehr neu verteilt. Das soll auf lange Sicht die Stärken einzelner Spieler deutlich hervorherben. Anders als in höherklassigen Mannschaften passiert so eine Umstellung nicht ganz so schnell sehr präzise. Die Abstimmung für einige Bälle ist einfach nicht so sauber. Zum anderen haben wir auf Außen viele neue Spieler, die weder in der Abwehr noch im Block die Entscheidungen treffen, die in den vergangenen Jahren bei anderen Spielern antrainiert wurden. Das betrifft bislang alle vier Spiele und wirkt sich so eigentlich auf alle anderen Spieler in der Feldverteidigung aus. Zum zweiten fehlten in den notwendigen Elementen die Optionen zum Wechsel. Wir haben das Glück einen großen Kader zu haben und konnten auch so mit 12 Spielern anfahren. Allerdings waren unabhängig von der Startaufstellung fast nur gleiche Typen von Spielern auf der Bank. Dazu kommt, dass einige der Spieler, die nicht im ersten Satz gestartet sind, in letzter Zeit nicht viel am Ball waren und somit auch auf dem Feld, egal ob in Startformationen oder bei Wechseln, nicht die extrem notwendige Ruhe reinbringen konnten. Als drittes wurden die beiden Zuspielerinnen Schachmatt gesetzt. Der Dreimeterraum im Zentrum des Feldes war gefühlt von Annahmen und Abwehrbällen ungenutzt. Bälle flogen auf die gegnerische Seite, auf die Netzkante, in den Rücken der Zuspieler und, und das ist auch neu, extrem häufig auf die kurze 5/6. Überspritzt gesagt, der Gegner hatte nicht viel zu tun, außer uns beim Spielen zu zu schauen. Die noch knappen Sätze sind insofern schmeichelhaft für uns.

Es ist aber nicht alles schlecht gewesen. Die Rolle des Motivators, die bislang unsere Libera Franzi übernahm, wurde sowohl auf dem Feld als auch neben dem Feld gut kompensiert. Mittelblockerin Jule Korn hat nach einer längeren Verletzungsphase im Angriff zu alter Form gefunden. Sie konnte mit variablen und steilen Angriffen großen Eindruck beim Gegner schinden. Jugendspielerin Emmi Scheer hat ihr Debut gefeiert und konnte vor allem im Angriff auf zwei verschiedenen Positionen auftrumpfen. Libera Isa Klasen schaffte es im Verlaufe des Spiels einen Meilensprung nach vorne zu machen. Aber am schönsten ist, dass Außenangreiferin Nora Göhring ihre Wichtigkeit für das Team ausbauen konnte. Sie hat jetzt das dritte Spiel in Folge quasi fehlerlos gespielt. Das alleine ist schon eine große Leistung, gerade in Anbetracht dessen, dass die Eigenfehlerquote der letzten beiden Spiele enorm ist. Wie ausgeprägt ihr eigenes Streben nach Perfektion ist merkt man daran, dass wenn andere Spieler sich über verbaggerte Dankebälle ärgern müssen, Noras einzige Entschuldigung an mich war, dass sie bei Zuspiel hinten, beim Nachspringen auf einen Aufsteiger und geschlossenem Doppelblock, überschlagen wurde – zum Überfluss von einer Mittelblockerin aus der Verbandsliga. Das alleine zeigt aber nur ihre sportliche Qualität, ist aber nicht der Grund für ihr Herausstehen. Erstmals seit zweieinhalb Jahren hat Nora Verantwortung für die Mannschaft übernommen. Sie arrangiert Reihen neu, gibt Hinweise an andere Spieler, fordert Bälle, übernimmt in der Abwehr. Der Weg ist das Ziel. Und ich bin zuversichtlich“

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