Fließbandarbeit am Seitenrand

Bericht_Erkelenz_FotoAls am 18. Januar 2015 die Volleyballerinnen der 3. Damen des FCJ Köln in Weiden die Rückrunde eröffneten, spielten sie gegen das Schlusslicht der Bezirksliga, den Erkelenzer VV. Bisher konnte sich das Jugendteam von Trainer Bogdan Chudzik in noch keinem Satz der Hinrunde durchsetzen. Diesen Umstand wollte der FCJ Köln nutzen, um einige neue Trainingsinhalte erstmals in einem Spiel umzusetzen. Am Ende wurde das Kölner Team mit einem 3:0 Sieg belohnt. Ein Highlight bot sich den Zuschauern zudem am Ende des dritten Satzes.

Bisher spielt nur eine Mannschaft der Bezirksliga 1 echtes erstes Tempo. Seit Beginn der Saison ist die 3. Damen des FCJ Köln daran mit mehr Geschwindigkeit im Angriff ein wenig neuen Wind in die Liga zu bringen. Durch die schnelle Lernfähigkeit schaffte es das Team die neuen Taktiken im Spiel umzusetzen. Um die Absprache in diesem Element zum einen zu verbessern, aber auch gruppentaktische Elemente neu einzubauen, wurde das Spiel gegen den vermeintlich leichten Gegner dazu auserkoren diese neuen Strategien im Spiel einzuführen. Während einige Teile leicht umsetzbar waren, konnten andere Elemente, wie zum Beispiel der Kombinationsangriff, durch den fehlenden Spielfluss nicht ausprobiert werden.

Als weiteres wurde die Angriffsstrategie der Außenangreifer dahingehend geändert, dass sie gezwungen waren das Gegenteil ihrer bisherigen Vorgabe auszuprobieren. Wie holperich sich das Spiel des FCJ Köln dadurch gestaltete, sah man an der hohen Eigenfehlerquote am Netz. So kommentierte der zuschauende Stolberger Trainer, ein Ligakonkurrent, das Spiel es FCJ als „..nicht so souverän. Wirklich viele Eigenfehler!“. „Mit der Aussage hat Klaus Steinmetz durchaus Recht. Es war gewiss nicht immer alles schön, was heute zu sehen war, allerdings gehört es zur Entwicklung einer Mannschaft dazu in einem leichteren Spiel auch mal auf mehreren Sachen neues auszuprobieren.“ Kommentierte FCJ Trainer Marc d’Andrea den Kommentar seinen Spielerinnen gegenüber.

Dass sich der Junkersdorfer Trainer damit nicht nur schützen will, erkennt man auch am Spielverlauf. Der erste Satz wurde mit 25:5 souverän gewonnen. Hier „verbot“ der Trainer seinen Schützlingen Sachen auszuprobieren und ließ sie ihr gewohntes Spiel spielen. Die Punkte erlangte das Team aus Erkelenz dabei erst beim Stand von 22:1, als ein überraschender Konter der gegnerischen U14 Spielerinnen den ersten erspielten Punkt brachte. Ab dem zweiten Satz wurde das Risiko deutlich erhöht und wurde nun auch mit Punkten für Erkelenz bestraft. Die Sätze endeten 25:12 und 25:13.

Neben einigen mächtigen Schnellangriffen und Aufschlagserien bot sich den Zuschauern in den Hallen des Schulzentrum Weidens aber auch noch ein anderes Novum. So kommentierte ein Spielerinnenvater einen ganz besonderen Wechsel im dritten Satz wie folgt: „Ich spiele sehr lange Volleyball und war auch Trainer, aber einen 4er Wechsel habe ich auch noch nicht gesehen.“ Diesen Spaß gönnte sich der FCJ Trainer beim Spielstand 17:8, um den Spielanteil aller Spielerinnen anzugleichen. „Es kommt auf jeden Fall nicht allzu oft vor, dass man acht Spieler an der Seitenlinie sieht. Das bringt im normalen Spiel auch einfach zu viel Unruhe.“, kommentierte Marc d’Andrea seine Auswechslung. Die mitgereisten Schreiber des Stolberger TG nannten den Wechsel „Fließbandarbeit“.