Daniel Zillken hat seinen Vertrag beim FC Junkersdorf um ein
weiteres Jahr verlängert. Im Interview mit FCJ.de äußert sich der 42-Jährige zu
den Wegbegleitern eines Umbruchs, beschreibt die Gründe für die
unterschiedlichen Gesichter seines Teams und gibt erste Einblicke in die
Struktur des FC Junkersdorf der kommenden Saison.
FCJ.de: Herr Zillken, in der Hinrunde war die mangelnde
Konstanz das große Problem ihrer Mannschaft, die Rückrunde begann mit einem
Sieg, einer Niederlage und einem Unentschieden. Geht also alles so weiter wie
im alten Jahr?
Daniel Zillken: Nein. Wenn man die drei Spiele betrachtet,
ist ein klarer Trend zu erkennen. Wir haben ein schlechtes Spiel in Leverkusen
gespielt, uns gegen Wesseling bereits deutlich gesteigert und zuletzt gegen
Freialdenhoven richtig gut zulegen können. Wenn man bedenkt, dass wir zuletzt
eine Mannschaft von durchschnittlich 22,5 Jahren auf’s Eis geschickt haben, ist
das eine richtig gute Entwicklung.
FCJ.de: Haben Sie nach nun zwei Vorbereitungen eine
Erklärung für die wechselhaften Leistungen der Mannschaft?
Zillken: Wechselhaft sind eher die Ergebnisse, nicht immer
die Leistungen. Es gibt keine Mannschaft in der Liga, die uns an die Wand
spielt. Im Gegenteil müssen nahezu fast immer wir das Spiel machen, eine
Aufgabe, die nicht leicht ist für eine neu zusammengestellte und sehr junge
Mannschaft. Hinzu kam, auch wenn das keine Alibi sein soll, der lange Ausfall
von Fabio de Souza. Wie wichtig er ist zeigt die Tatsache, dass Fabio trotz des
fast gesamten Hinrundenausfalls intern die Torschützenliste (6 Treffer)
anführt. Zudem braucht das Zusammenwachsen eines völlig neuen Teams manchmal
eben länger. Mich stimmt die jüngste Entwicklung äußerst positiv.
FCJ.de: Recht positiv fällt derzeit der Blick auf die
Tabelle aus. Wie schätzen Sie die Situation ein und wie bewerten Sie ihr
Statement zu Saisonbeginn, einen gesicherten Mittelfeldplatz anzupeilen?
Zillken: Der fünfte Tabellenplatz ist momentan trügerisch.
Wir sind sehr froh, dass wir als einziges Team alle 19 Spiele absolvieren
konnten. Wir haben allerdings beispielsweise bereits fünf Partien mehr
absolviert als unser letzter Gegner Freialdenhoven. Was die Zieleinschätzung
betrifft, wurde ich nach unserer Siegesserie zu Saisonbeginn natürlich schnell
belächelt. Aber ich wusste, dass ein junges Team Formschwankungen unterliegen
wird. Unabhängig vom Tabellenplatz wollen wir uns jetzt mannschaftstaktisch wie
individuell weiterentwickeln, möglichst viele Spiele gewinnen, uns
stabilisieren und die Gesamtentwicklung des Vereins somit gemeinsam fortführen.
FCJ.de: Wie sieht diese Entwicklung genau aus?
Zillken: In meinem ersten Jahr konnte ich mir einen
Überblick über einen weitgehend bereits zusammengestellten Kader machen und den
Verein und dessen Strukturen kennenlernen. Im zweiten Jahr folgte bewusst ein
radikaler Schnitt mit einer starken Kaderverjüngung. Dieser Prozess ist nun im
Gange und an dieser Philosophie halten wir fest. Eine junge Mannschaft,
gespickt mit erfahrenen Spielern wird es auch in der kommenden Saison in
Junkersdorf geben. Somit nutzen wir die jetzige Saisonphase um größtmöglichen
sportlichen Ertrag mit der Fortsetzung unseres Weges zu paaren.
FCJ.de: Sie haben vor einigen Wochen ihren Vertrag
verlängert. Geht der Blick auch schon über den Tellerrand hinaus zur neuen
Saison?
Zillken: Franz Wunderlich und ich wären töricht, wenn wir
uns nicht auch mit der Zukunft befassen würden. Allerdings bleibt das
Hauptaugenmerk auf der täglichen Arbeit. Nochmals, wir wollen in dieser Saison
noch möglichst viele Spiele gewinnen und das Optimum erreichen. Allerdings steht
der April vor der Tür und es gebietet auch der Fairness, die Gespräche mit den
einzelnen Spieler über deren persönliche Zukunft zu führen. Diese Gespräche
laufen nun an, mit ersten Spielern wie Benjamin Niggeman und Kevin Reuter
konnten wir zudem schon Einigkeit über eine Vertragsverlängerung erzielen. Klar
ist auch, wir werden das Gros des jetzigen Kaders halten und uns darüber hinaus
punktuell verstärken. Ziel ist es, den guten Kader weiter zu optimieren.
FCJ.de: Zurück ins Hier und Jetzt steht das Spiel gegen
Viktoria Arnoldsweiler an. Der Gegner ist Drittletzter der Tabelle und wurde im
Hinspiel mit 6:1 vom Platz gejagt. Klare Vorzeichen für das Rückspiel am
Sonntag um 15.00 Uhr, oder?
Zillken: (lacht) Mit solchen Fragen locken Sie mich sicher
nicht. Eines vorneweg: Ja, wir wollen das Spiel unbedingt gewinnen und werden
uns optimal vorbereiten um diese Ziel auch zu erreichen. Allerdings ist das
Problem jeder Statistik, dass sie sich ausschließlich auf die Vergangenheit
bezieht. Arnoldsweiler wird sich mit allen Mitteln wehren und will das Spiel
selbst ebenfalls gewinnen, da sie jeden Punkt im Kampf um den Klassenerhalt
benötigen. Ich habe in dieser Liga schon so viel erlebt, dass eine seriöse
Voraussage annähernd unmöglich ist.
Junkersdorf gelingt Befreiungsschlag
Von Oliver Löer
In der Fußball-Mittelrheinliga bezwingt der FC Junkersdorf die SpVg Wesseling/Urfeld mit 2:1. Alle anderen Partien an diesem Spieltag wurden abgesagt.
Köln - Angesprochen auf das Auswärtsspiel bei der SpVg. Wesseling / Urfeld hatte sich Fabio de Souza bereits während der vergangenen Woche eindeutig positioniert: „Wir müssen eine Top-Leistung zeigen, um da etwas zu holen“, hatte der brasilianische Mittelfeld-Regisseur des FC Junkersdorf gemutmaßt. Der 34-jährige Routinier sollte mit seiner Einschätzung rechtbehalten. Dank einer deutlichen Leistungssteigerung im Vergleich zur Vorwoche, als der FCJ in der Fußball-Mittelrheinliga beim VfL Leverkusen 1:3 verloren und ziemlich enttäuscht hatte, reichte es diesmal zum sehnlichst erwarteten Befreiungsschlag. Das Team von Daniel Zillken siegte in der Fremde verdient mit 2:1 (0:1), der Trainer war erleichtert angesichts des positiven Erlebnisses und dem Sprung auf den vierten Tabellenplatz: „Die Art und Weise, wie wir heute agiert haben, war einfach gut. Die Mannschaft war reif für den Sieg.“
Dabei hatten die Gäste, die mit diesem Erfolg nach gut vier Monaten erstmals wieder dreifach punkten konnten, zwar forsch gegen läuferisch starke Urfelder begonnen, ohne zunächst jedoch in den Genuss eines Tores zu gelangen. Ganz anders und weitaus effektiver gestalteten die Wesselinger das Geschehen. Nach einem schweren Patzer von Kölns Keeper Patrick Flohs, der einen harmlosen Kopfball bereits in den Händen hielt, ihn dann aber doch ins Tor rutschen ließ, ging die Spielvereinigung nach einer Viertelstunde in Führung - abermals ein Nackenschlag für ohnehin nicht unbedingt selbstbewusste Junkersdorfer. Möglichkeiten für den FC durch Kevin Reuter und de Souza, dessen Versuch aus der Ferne knapp das Ziel verfehlte, blieben auf der anderen Seite ungenutzt.
Im zweiten Abschnitt avancierte der eingewechselte Benjamin Niggemann zum entscheidenden Akteur. Das meinte im Anschluss auch Kölns sportlicher Leiter Franz Wunderlich: „Er hat überragend gespielt und heute fast alles richtig gemacht.“ Die Kölner Treffer markierten jedoch andere. Knapp 70 Minuten waren absolviert, als sich de Souza die Kugel schnappte, 30 Meter unbehelligt damit laufen durfte und aus 20 Metern zum Ausgleich einschoss, der Ball landete im unteren Wesselinger Toreck (68.). Gegen das konditionell nun abbauende Ensemble von Josef Farkas gelang Özgür Camuralioglu eine Minute vor dem Schlusspfiff der Junkersdorfer Siegtreffer, Enzo Bosa hatte vorbereitet.
FC Junkersdorf: Flohs - Arendt, Radschuweit, Propheter, Hoerner - Börger, de Souza, Schillings (55. Niggemann), Reuter (65. Bosa) - Wendt, Camuralioglu. - Zu schauer: 200. - Tore: 1:0 (15.), 1:1 de Souza (68.), 1:2 Camuralioglu (89.).
Fatales Durcheinander
Von Thomas Giesen
Die SpVg Wessling-Urfeld unterliegt dem FC Junkersdorf mit 1:2. Alle anderen Partien in der Fußball-Mittelrheinliga wurden aufgrund der Witterungsbedingungen abgesagt.
Wesseling - Im einzigen Spiel der Fußball-Mittelrheinliga unterlag die SpVg Wesseling-Urfeld dem FC 46 Junkersdorf mit 1:2 (1:0). Dabei kassierte die Mannschaft von SpVg-Trainer Josef Farkas das zweite Gegentor erst in der Schlussminute.
Unter schwierigsten Bedingungen mit heftigen Windböen fanden beide Teams nur schlecht in die Partie und es entwickelte sich vor der Pause ein äußerst chancenarmes Spiel. Lediglich einem kapitalen Fehler des Junkersdorfer Torwarts war es zu verdanken, dass sich die Wesselinger noch vor dem Halbzeitpfiff über die Führung freuen durften. Erkan Yokaribas sorgte mit der einzigen Torchance dieses Durchgangs für den ersten Treffer. Seinen Kopfball ließ der FC-Schlussmann durch die Hände rutschen (20.).
Im zweiten Durchgang riskierte Wesseling nicht mehr viel, während Junkersdorf auf den Ausgleich drängte. „Wir haben einfach zu wenig gemacht und sind dann nur noch hinterhergelaufen“, sagte Farkas, der nach 70 Minuten den zur Pause eingewechselten Leon Backhaus wegen einer Knöchelverletzung wieder aus dem Spiel nehmen musste. Die Folge war Unordnung in der Dreierkette und der Ausgleich, 15 Minuten vor dem Ende. „Wir haben die Dreierkette zweimal verändern müssen und waren dann unsortiert“, erklärte Farkas, der zusehen musste, wie der FC nach einer sehenswerten Einzelleistung den entscheidenden letzten Stich zum Sieg setzte (90.). „Wir haben uns diese Niederlage selbst zuzuschreiben. Gegen verunsicherte Junkersdorfer dürfen wir die Führung nicht mehr abgeben. Am nächsten Wochenende haben wir in Leverkusen einiges wiedergutzumachen“, meinte Farkas.
In der Fußball-Mittelrheinliga trennen sich der FC
Junkersdorf und Borussia Freialdenhoven torlos. Enzo Bosa vergibt kurz vor
Schluss die größte Chance für das Team von Daniel Zillken.
Köln - Am
Ende waren sie sich nicht so recht einig, ob sie nun einverstanden sein sollten
mit dem finalen Resultat. Thomas Winterstein, der das Heimspiel in der
Fußball-Mittelrheinliga gegen Borussia Freialdenhoven über 90 Minuten hinweg
von der Bank aus verfolgen musste, war einverstanden mit dem 0:0 seines FC
Junkersdorf gegen die ambitionierten Gäste: „Das Unentschieden ist doch in
Ordnung“, sagte der 38-jährige Angreifer zu dem Aldenhovener Michael Kruskopf
auf dem Weg in die Katakomben. Der nickte brav und schien sich Wintersteins
Meinung durchaus anschließen zu können. Daniel Zillken, der Junkersdorfer
Trainer, war zwar ebenfalls nicht traurig über das torlose Remis, hatte aber
dennoch einen zugegeben wichtigen Einwand vorzubringen: „Wir haben viel Willen
und viel Laufbereitschaft gezeigt. Ärgerlich ist nur, dass wir nicht gewonnen
haben.“ Der letzte Satz beschreibt das Augenblicke zuvor von der ordentlich
leitenden Unparteiischen Johanna Sandvoß (Köln) beendete Spiel ziemlich
treffend: Junkersdorf war über die gesamte Zeit hinweg spielbestimmend,
erarbeitete sich vier bis fünf richtig gute Gelegenheiten - schoss aber kein
Tor. Zillken musste seine zuletzt siegreiche Elf auf einer Position verändern:
Für Jonas Wendt, der wegen anhaltender Rückenprobleme passen musste, rutschte
der junge Enzo Bosa in die Startformation. Ausgerechnet Bosa war es, der die
aussichtsreichste Möglichkeit der Partie vergab. Unmittelbar vor dem Schlusspfiff
gelang dem 19-jährigen das zweifelhafte Kunststück, den Ball aus drei Metern
Entfernung neben das Tor zu befördern.
Gegen die erfahrenen Aldenhovener,
die bis gestern drei Monaten ohne jegliches Pflichtspiel geblieben waren und
dementsprechend vorsichtig zu Werke gingen, kam der FCJ gut in die Partie:
Kapitän Matthias Börger verpasste in der Anfangsviertelstunde gleich zweimal
aussichtsreich. Auch nach Wiederanpfiff spielte sich das Geschehen weitgehend
in der Hälfte der von Ex-Profi Wilfried Hannes betreuten Gäste ab. Dennoch
hätte Pascal Schneider Freialdenhoven beina he in Führung gebracht, Kölns
Keeper Patrick Flohs reagierte je doch glänzend und wehrte den Schuss des
Angreifers aus kür zester Entfernung ab. In der Schlussviertelstunde wurde es
dann noch einmal spannend. Zu nächst gelang es Fabio de Souza nicht, das
Spielgerät zu kontrol lieren, so dass sein Versuch am Gehäuse des starken
Sascha Ro demers vorbei strich, dem fleißi gen Kevin Reuter war es ebenso nicht
vergönnt, einen Treffer zu erzielen (78. / 84.) - und dann kam ja noch Enzo
Bosa.
FC
Junkersdorf: Flohs -
Arendt, Propheter, Radschuweit, Hoerner - Börger, de Souza, Reuter, Niggemann -
Camuralioglu, Bosa. - Zuschauer: 100.