Im ersten
Heimspiel der Mittelrheinliga-Saison erwartet der FC Junkersdorf die SpVg
Wesseling-Urfeld. Derweil profitiert das Team von Coach Daniel Zillken vom Aus
Viktoria Kölns und verpflichtet Giuseppe Spitali.
KÖLN - Am
Ende ging alles ganz schnell: Einen Tag vor Schließung der Transferperiode hat
der FC Junkersdorf einen im Kölner Amateurfußball namhaften Fußballer unter
Vertrag genommen. Anfang der Woche unterschrieb Giuseppe Spitali einen Kontrakt
im Kölner Westen. Bereits am Sonntag (15 Uhr, Ostkampfbahn) ist der Italiener
im ersten Heimspiel der noch jungen Mittelrheinliga-Saison gegen die SpVg
Wesseling-Urfeld spielberechtigt. Daniel Zillken, der Junkersdorfer Trainer,
ist sehr froh über das Engagement des 30-jährigen beim FCJ und sagt: „Giuseppe
ist ein äußerst interessanter Spieler. Er hat das gewisse Etwas und ist auf dem
Feld unberechenbar.“
Spitali ist beim
Aufstiegsfavoriten kein Unbekannter: Vor einigen Jahren trug der offensive
Mittelfeldakteur, der für den MSV Duisburg zwei Partien in der 2. Bundesliga
absolvierte, schon einmal das FC-Trikot und wechselte im Sommer 2008 zum SV
Bergisch Gladbach 09. Dort hatte der Rechtsfuß maßgeblichen Anteil am späteren
Aufstieg der Mannschaft in die NRW-Liga. In diesem Sommer nun schloss sich der
einstige Profi Viktoria Köln an, war aufgrund des Rückzugs der
Rechtsrheinischen aus dem Spielbetrieb nun aber für andere Vereine offen. „Wir
sind nun auch vorne drin sehr ordentlich aufgestellt“, sagt Kölns Coach im
Hinblick auf den gestiegenen Konkurrenzkampf.
Ob der neue Mann, den Zillken „als
richtig guten Zehner“ bezeichnet, bereits an diesem Wochenende in der
Startformation steht, ließ er gestern offen. Nach der ärgerlichen
1:2-Niederlage zum Saisonstart in Dürwiß spielt Junkersdorfs Trainer mit dem
Gedanken, die ein oder andere Veränderung im Team vorzunehmen: „Gut möglich,
dass etwas passiert.“ Bereits in der Saisonvorbereitung wurde mitunter
deutlich, dass die junge FC-Mannschaft große Probleme hat, in eine Begegnung
hinein zu finden - auch am letzten Wochenende. Dass es nach dem
Anschlusstreffer des eingewechselten Özgür Camuralioglu schließlich nicht mehr
zu einem Punkt reichte, hat für den Trainer auch etwas mit Pech zu tun: „Am
Ende wäre ein Unentschieden verdient gewesen. Trotzdem müssen wir am Sonntag
gegen Wesseling natürlich zulegen.“ Der Gegner aus dem Erftkreis ist ganz im
Gegensatz zu den hoch gehandelten Junkersdorfern gut in die Spielzeit
gestartet. Die Mannschaft von Coach Josef Farkas besiegte am ersten Spieltag
Lich-Steinstraß mit 3:1.
Wesseling reist zum FC Junkersdorf
Sichtlich gelassen geht auch die SpVg
Wesseling-Urfeld ihre zweite Aufgabe in der noch jungen Saison an. Nach dem
Auftaktsieg gegen Lich / Steinstraß (3:1) ist vorerst jegliche Anspannung
verschwunden und Trainer Josef Farkas reist mit seinem Team gelöst zum FC
Junkersdorf. Verstärkt wird diese Stimmungslage durch den Fehlstart der Kölner,
die mit 1:2 in Dürwiß verloren. Nun steht der selbsternannte Aufstiegsaspirant
schon unter Druck. „Junkersdorf ist Favorit, wir sind krasser Außenseiter. Sie
müssen gewinnen, wir haben nichts zu verlieren. Damit ist alles gesagt“, meint
Farkas, der darin auch seinen größten Vorteil sieht: „Wir werden erst mal tief
stehen.“ Ausgegeben wird diese Marschroute wohl an die gleiche Startformation,
die auch zum Auftakt erfolgreich war. Somit dürfte Leon Backhaus, der bereits
nach einer Viertelstunde mit der Ampelkarte vom Platz flog, eine erneute Chance
erhalten. Alternativ stünde Florian Roth bereit. An einen Einsatz von Martin Löbach
und Quinito Proenca ist dagegen noch nicht zu denken.
Giuseppe Spitli kehrt zum FC Junkersdorf zurück
DerFC Junkersdorf hat kurz vor Ende der
Transferperiode nochmals auf dem Transfermarkt zugeschlagen und Giuseppe
Spitali verpflichtet. Der 30-Jährige war zuletzt für Bergisch Gladbach aktiv
und verstärkt die Offensivabteilung des FCJ.
Das
Rot-Schwarze Trikot ist für den Italiener dabei alles andere als fremd, bereits
vor gut zwei Jahren spielte „Pino“ im Junkersdorfer Dress. Spitali war
eigentlich im Begriff, zu Viktoria Köln zu wechseln, allerdings suchte er nach
dem Zwangsabstieg der Viktoria eine andere sportliche Herausforderung.
„Giuseppe ist in der Offensive vielseitig einsetzbar und verfügt über
außergewöhnliche Fähigkeiten“, schwärmt sein neuer Trainer Daniel Zillken. „Er
hatte seinerzeit großen Anteil am Aufstieg von Bergisch Gladbach, daher sind
wir sehr froh, dass er zu uns gekommen ist.“ Franz Wunderlich, Junkersdorfs
Sportlicher Leiter, ist ebenfalls froh, den Offensivakteur bereits zum zweiten
Mal verpflichtet zu haben. „Als Trainer habe ich ihn bereits im Sommer 2007
geholt, ein außergewöhnlicher Spieler für die Mittelrheinliga“, so Wunderlich.
Unter
Beweis stellen kann „Pino“ seine Fähigkeiten frühestens am Sonntag, wenn die SpVg.
Wesseling-Urfeld zum ersten Heimspiel der Saison in den Sportpark Müngersdorf
kommt. Übrigens: das erste Heimspiel der vergangenen Saison fand auch gegen
Wesseling statt, vor 12 Monaten trennten sich beide Mannschaften 1:1.
"Glücksschuss der Anfang vom Ende"
Von Oliver Löer
Der FC Junkersdorf legt
in der Fußball-Mittelrheinliga einen Fehlstart hin und unterliegt in Dürwiß mit
1:2. Dem FCJ gelingt nach einem frühen 2:0-Rückstand nur noch der
Anschlusstreffer durch Özgür Camuralioglu.
KÖLN - Markus Arendt spielt
seit vier Jahren für den FC Junkersdorf. Kölns Trainer Daniel Zillken hat den
flinken Rechtsverteidiger nun zum Kapitän gemacht. Gestern führte der 25-Jährige
das Team zum ersten Mal in einem Pflichtspiel bei Germania Dürwiß auf das Feld.
Am Ende musste die neu zusammengestellte Elf eine 1:2 (0:2)-Niederlage
hinnehmen. Dem sportlichen Leiter Franz Wunderlich gefiel das nicht: „Wir haben
zum großen Teil viel zu behäbig gespielt und sind auch nicht gut in die Zweikämpfe
gekommen.“ Der Unparteiische hatte kaum angepfiffen, als der neue FC-Torsteher
René Monjeamb bereits hinter sich greifen musste. Dürwiß´ Tobias Schumacher
schnappte sich den Ball und drosch ihn aus halbrechter Position auf das
Junkersdorfer Gehäuse, das Spielgerät flog vom Innenpfosten ins Tor - es stand
1:0 für den Tabellendritten der letzten Saison (8.). Wunderlich hielt für die
aus 25 Metern markierte Führung prägnant die Umschreibung „Sonntagsschuss“
bereit.
Die etwas konsternierten Gäste hatten sich
kaum erholt, als es erneut einschlug: Das 2:0 für die Germania (28.) war eine
Kopie des Führungstores, gleich die zweite Möglichkeit nutzte Dürwiß durch
einen Distanzschuss von Baumann gnadenlos aus. Junkersdorf hingegen blieb
beinahe alles schuldig und erarbeitete sich im ersten Abschnitt nicht eine nennenswerte
Gelegenheit. Erst mit der Einwechselung von Özgür Camuralioglu entkrampfte sich
das Kölner Spiel. Der Angreifer war gerade in die Partie gekommen, als ihm der
Anschluss glückte. Der quirlige Stürmer lupfte den Ball über den verdutzten
Torhüter der Gastgeber hinweg zum 1:2 ins Netz (62.). Es entwickelte sich
fortan ein Spiel auf ein Tor, sehr zum Leidwesen der Gäste langte es indes
nicht mehr zum Ausgleich, wenngleich in der Schlussminute ein Kopfball von
Neuzugang Christian Beckers gegen die Querlatte klatschte.
FC Junkersdorf:
Monjeamb - Arendt, Radschuweit, Denkewitz (80. Propheter), Gran - Beckers, de
Souza, Marino, Reuter (61. Niggemann) - Bosa (61. Camuralioglu), Wendt. - Zuschauer: 300. - Tore: 1:0 Schumacher (8.), 2:0 Baumann
(28.), 2:1 Camuralioglu (62.)
"Selbstbewusster Aufstiegsfavorit"
Gegner des FC Junkersdorf zum Saisonauftakt der
Fußball-Mittelrheinliga ist der FC Germania Dürwiß. Im Team von Coach Daniel
Zillken herrscht eine große Zuversicht, den NRW-Liga-Aufstieg zu realisieren.
Köln
- Den Internetauftritt des FC Junkersdorf kann man als recht gelungen
bezeichnen. Man erfährt so einiges über den Verein und ganz viel Privates über
die Spieler. In der Rubrik „Aufstiegsfavoriten“ nennen gleich ein Dutzend
Aktiver ihren derzeitigen Klub. Ganz schön selbstbewusst, sollte man meinen.
Interessant wird es auch bei der Beantwortung der Frage nach dem besten
Fußballer des Planeten. Einer hat sich tatsächlich getraut, den Profi Manasseh
Ishiaku zu nennen - ebenfalls eine mutige Aussage, vielleicht aber nicht ganz
ernst gemeint.
Daniel Zillken steht vor seinem dritten Amtsjahr beim
ambitionierten Mittelrheinligisten. Der Kölner Trainer erscheint ganz im
Gegensatz zu den Protagonisten seines Teams nicht gänzlich sicher zu sein, dass
die Spielzeit im Juni 2011 folgerichtig mit dem Gewinn der Meisterschaft endet.
Der 42-jährige Coach hält sich ziemlich bedeckt, wenn er über die bevorstehende
Saison spricht, die am Sonntag (17 Uhr) mit einer Auswärtspartie bei Germania
Dürwiß beginnt. „Dass meine Spieler selbstbewusst sind, kann ja nicht schaden.
Ich hingegen weiß, dass die Mittelrheinliga kein Wunschkonzert ist und der
Erfolg des letzten Jahres Schnee von gestern ist.“ Zillken bekennt sich also
nicht mit aller Vehemenz zum Aufstieg, auch wenn er weiß, „dass wir mit unserem
Kader gut aufgestellt sind und ganz viel möglich ist“.
Insgesamt neun
Begegnungen stecken den Junkersdorfer Akteuren in den Knochen, am Ende der
Vorbereitung stehen vier Siege, drei Unentschieden und zwei Niederlagen zu
Buche. Junkersdorfs Übungsleiter bewertet den Leistungsstand seines Teams nach
sechs Wochen so: „Wir hatten kaum Verletzte in der Vorbereitung, jeder hat
Spielzeit bekommen und konnte sich präsentieren. Alle haben mitgezogen.“ Wer
nun am Sonntag in der schweren Partie bei Germania Dürwiß in der Startformation
steht, weiß Zillken natürlich ganz genau; alle Karten offenlegen möchte der
Trainer allerdings noch nicht: „René Monjeamb ist unsere Nummer eins, und
Markus Arendt als Kapitän wird natürlich auch von Beginn an dabei sein.“ Mit
einiger Sicherheit dürften zudem die in den letzten Wochen äußerst
treffsicheren Angreifer Jonas Wendt und Enzo Bosa auflaufen, mit Fabio de Souza
im Mittelfeld und Marcel Radschuweit in der Innenverteidigung ist ebenfalls zu
rechnen. Ob Özgür Camuralioglu im Aufgebot steht, entscheidet sich kurzfristig.
Der Stürmer ist noch nicht vollständig gesund und wird im Gegensatz zu
Neuzugang Christian Beckers, der seine Probleme am Sprunggelenk überwunden hat,
wohl zunächst auf der Bank sitzen. Wenn man der Einschätzung von Zillken
Glauben schenken mag, wird der Gegner seinen Spielern einiges abverlangen:
„Dürwiß ist letze Saison als Aufsteiger Dritter geworden und gehört zu den
besten Teams. Das wird eine ziemlich harte Nuss.“ Ob der von einigen Kölner
Spielern kommunizierte Aufstiegsfavorit diese Nuss zu knacken vermag, wird sich
Sonntag ab 17 Uhr erweisen.
Vor dem Start: das große Doppel-Interview mit dem Trainer und dem Kapitän
Sechs Wochen Vorbereitung neigen sich dem Ende, am kommenden Sonntag
startet der FC Junkersdorf bei Germania Dürwiß in die Saison 2010/2011. Im
Doppel-Interview stellen sich Junkersdorfs Trainer Daniel Zillken und sein
neuer Kapitän Markus Arendt den vorherrschenden Fragen. Wie gut ist der neue
Kader, was erwartet die Mannschaft in der Liga und wo in der Tabelle steht die
Mannschaft am Ende der Saison?
Wagen
wir einen Blick zurück auf die vergangenen sechs Wochen: welchen Eindruck habt
ihr zwei von der Vorbereitung?
Daniel
Zillken: „Bisher lief alles richtig gut, wir hatten kaum Verletzungen und
konnten sehr gut im Detail arbeiten. Voraussetzung dafür waren da natürlich bereits
die guten Laktatwerte, wichtige Grundlage und gleichzeitig der Beleg, dass die Spieler
auch in der Pause gut gearbeitet haben. Das war in der letzten Saison nicht
ganz so gut“
Markus
Arendt: „Die Stimmung in der Mannschaft ist seit dem ersten Tag gut, alle haben
Spaß und ziehen gut mit. Speziell die Neuzugänge haben sich schnell integriert,
das ist wichtig. Was jetzt noch fehlt sind die Automatismen, bzw. Details wie
Laufwege und das Coaching innerhalb der Mannschaft. Daran arbeiten wir und es
wird sicher auch ein paar Spiele dauern, bis sich alle auch auf dem Platz gut
verstehen.“
Apropos
Neuzugänge: acht Spieler sind neu im Kader. Wie schätzt ihr die Qualität des
Kaders ein, auch im Vergleich zur abgelaufenen Saison?
Daniel
Zillken: „Im letzten Jahr war es ein echter Umbruch als 13 Neuzugänge, zu uns
kamen, daher sehe ich es in dieser Saison nicht so extrem. Acht neue Spieler
finde ich im Sommer normal. Der Konkurrenzkampf ist das zentrale Element des
Leistungsgedankens. Verglichen mit dem Vorjahr sind wir speziell offensiv in
der Breite besser aufgestellt. Das kann man in jeder Trainingseinheit sehen.“
Markus
Arendt: „Das stimmt und gefühlt ist der Kader schon stärker als im letzten
Jahr. Allerdings denke ich, dass ist jetzt noch nicht zu bewerten, nach den
ersten Spielen wissen wir wirklich, wie es aussieht. In der Breite sind wir
jedoch definitiv besser aufgestellt, von der Bank wird immer Qualität kommen
können, jede Position ist doppelt besetzt. Konkret haben wir mit Christian
Beckers, Jan Gran oder Claudio Marino Spieler mit NRW-Liga-Erfahrung
dazubekommen, René Monjeamb ist ein Top-Torhüter. Allerdings wird es noch
dauern, bis jeder neue Spieler weiß, was genau der Trainer von ihm verlangt.“
Neun
Testspiele wurden gespielt, welche Erkenntnis ist in Punkto Taktik und
Spielanlage dabei gereift?
Markus
Arendt: „Den Druck eines Meisterschaftsspiel kannst du einfach nicht
simulieren, also ist alle Theorie grau. Allerdings favorisiere ich das 4-2-3-1
System. Zum einen ist dabei unser offensiver Mittelfeldspieler schwierig zu
verteidigen, da er sich zwischen den gegnerischen Viererketten frei bewegen
kann. Außerdem ist ein gutes Pass- und Dreiecksspiel möglich, was wiederum für
unser eigenes Offensivspiel wichtig ist.“
Daniel
Zillken: „Markus hat in vielen Dingen Recht. Es wird Zeit in Anspruch nehmen,
bis jeder seine Aufgaben kennt. Allerdings bringen die neuen Spieler bereits viel
taktisches Know-How mit und wir können uns gemeinsam weiter verbessern. Was das
System angeht, halte ich mir bewusst mehrere Optionen offen. Unsere Spieler
können sowohl im 4-4-2 als auch im 4-3-3 spielen. Das 4-2-3-1 von Markus ist ja
auch noch in gegnerischen- und eigenen Ballbesitz gegliedert, da sind die
Grenzen oft fließend. Die Grundlage bleibt ohnehin die konsequente
Verteidigung. Daran arbeiten wir in jeder Trainingseinheit.“
War
erwartet den FC Junkersdorf in der Mittelrheinliga?
Markus
Arendt: „Zunächst erwarte ich mit dem VfL Alfter und dem FC Hennef genau wie im
letzten Jahr wieder starke Aufsteiger. Dennoch werden wir als einer der Favoriten
in die Saison gehen und vom ersten Spieltag an gejagt werden. Darauf sind wir
vorbereitet. Also erwarte ich grundsätzlich defensiv orientierte Gegner. Dann
ist es wichtig, Geduld zu haben das eigene Spiel über 90 Minuten durchzuziehen.“
Daniel
Zillken: „Die defensiven Gegner kennen wir aus der letzten Saison und daran
wird sich in vielen Spielen nichts ändern. Allerdings bin ich sicher, dass sich
das Niveau insgesamt erhöhen wird. Markus’ Einschätzung zu den starken
Aufsteigern teile ich ein zu eins. Umso wichtiger ist es, unser Spiel klar
durchzuspielen und verschiedene Lösungswege für die unterschiedlichen
Spielsituationen parat zu haben.“
Gerade
ihr beiden kennt die Liga inzwischen zu Genüge. Worauf kommt es an in der Liga?
Daniel
Zillken: „Wie schon angedeutet ist eine gute Organisation die Grundlage. Sicher
stehen, gut verteidigen und taktisch anspruchsvolles Verhalten. Gelingt uns
dies ist es schwer, uns zu besiegen. Der nächste Schritt ist hohes Tempo mit
und ohne Ball, um selbst Offensivaktionen zu starten. Wenn wir wie zum Ende der
letzten Saison defensiv sicher stehen, werden wir mit unserer Offensivqualität
immer wieder Möglichkeiten bekommen, Spiele auch zu gewinnen. Allerdings hat
die Vergangenheit gezeigt, dass es in dieser Liga auf mehr ankommt als etwas
spielerische Qualität und taktisches Know-How. Wer nicht bereit ist, geistig
wie körperlich mehr zu investieren als der Gegner, wird schlicht keinen Erfolg
haben.“
Markus
Arendt: „Ich bin jetzt seit einigen Jahren beim FC Junkersdorf und in dieser
Liga. Wer seinen Gegner nicht ernst nimmt, verliert. Auch wenn es sich nach
einem Klischee anhört, jeder Gegner kann gegen uns genauso gut gewinnen wie
verlieren. Leider habe ich diesbezüglich schon viel erlebt. Betreiben wir mehr
Aufwand als der Gegner, können wir Spiele gewinnen. Tun wir es nicht, werden
wir sie verlieren, eigentlich ganz einfach (lacht).“
Liest
man sich die Fragebögen der Spieler im Internet durch fällt auf, dass viele
sich das Ziel Meisterschaft gesteckt haben. Was sind eure Ziele?
Daniel
Zillken (lacht): „Ja, das habe ich auch gelesen. Sicher werden uns viele wieder
die Favoritenrolle zusprechen. Klar ist auch, dass wir möglichst weit oben
mitspielen möchten. Aber nochmals: wir haben eine junge Mannschaft mit einem
Durchschnittsalter von 22,5 Jahren. Also muss neben der Qualität auch eine gute
Portion Glück hinzukommen um Erfolg zu haben. Wichtiger als der Tabellenplatz
ist für mich jedoch die Weiterentwicklung der jungen Spieler. Damit haben wir
im letzten Jahr begonnen und daran wollen wir anknüpfen und uns verbessern.“
Markus
Arendt: „Nach der Vizemeisterschaft im letzten Jahr will ich mich genau wie
mein Trainer verbessern, daher kann das Ziel nur Platz Eins sein.“
Letzte
Frage: Was unterscheidet den FC Junkersdorf eigentlich von anderen Klubs?
Markus
Arendt: „Neben den Top-Bedingungen wie Trainingsplatz, Trainergespann und
Vereinsführung fällt immer wieder eine Sache auf: ich kennen keinen einzigen
Spieler der letzten Jahre, dem auch nur der Hauch eines Versprechens schuldig
geblieben ist. Ein großes Kompliment daher an Herrn Doktor Bartel und seinen
Sohn Thomas. Es ist wirklich ein außergewöhnlicher Verein.
Daniel
Zillken: „Das ist wirklich ein großer Unterschied zu dem, was man sonst so hört
aus der Liga. Ein anderer ist allerdings auch, dass die meisten anderen Vereine
über schöne Rasenplätze verfügen...“
Entwicklung in der Vorbereitung - Bosa und Wendt treffsicher
Vier Siege, zwei Niederlagen und
drei Unentschieden bei einem Torverhältnis von 24:11. Die meisten Tore schossen
Enzo Bosa und Jonas Wendt mit jeweils sieben Treffern, die Abwehr kassierte in
den letzten beiden Spielen überhaupt kein Gegentor mehr.
Die Bilanz sieht zwar
auf den ersten Blick einigermaßen ausgeglichen aus, allerdings gingen auch die
Spiele gegen klassenhöhere Teams wie 1. FC Köln II und Fortuna Köln in die
Rechnung ein. „Wir haben selbst im Verlauf der Vorbereitung eine Entwicklung
genommen“, erklärt FCJ-Coach Daniel Zillken. „Speziell die letzten drei Tests
gegen Siegburg, Leverkusen und Düren waren richtig gut.“ Lediglich das 2:2
gegen Worringen passte Zillken so gar nicht in den Kram, allerdings zog der
42-Jährige auch und speziell aus diesem Spiel wichtige Erkenntnisse.
Alle 21
Spieler im Kader konnten in ausreichend Spielzeit den Trainer von ihren
Leistungen überzeugen, dieser hat nun die Qual der Wahl, elf Spieler in die
Auftaktpartie bei Germania Dürwiß (Sonntag 17.00 Uhr) zu schicken. „Ich warte
die Eindrücke der letzten beiden Einheiten noch ab, dann entscheide ich.“ Die
Vorbereitung des FC Junkersdorf ist Geschichte, was bleibt sind ein paar nackte
Zahlen, die spätestens ab Sonntagabend Niemanden mehr interessieren werden…